Rivo Drei
Germany
Music group
Trios haben was Echtes, Ehrliches. In Bands mit drei Musikern spielen komische Typen. Nicht unsympathisch. Malocher irgendwie. Der Hauptsänger beherrscht Minimum ein Instrument, meist sogar virtuos. Dafür kann er wahrscheinlich nicht tanzen. Handelt es sich dabei um den Gitarristen, dann spielen die anderen beiden gern Bass und Schlagzeug - und zwar nicht nur vorzüglich, sondern manisch, genial, schräg könnte man sagen. Das führte in den vergangenen 50 Jahren häufig dazu, dass Trios Musikgeschichte schrieben. Der Grund ist einfach: Trio-Musiker müssen ständig beweisen, dass drei genug sind für das, was sie machen wollen. Das kompensieren sie damit, über sich hinaus zu wachsen und Einzigartiges zu schaffen.
Rivo Drei kommen aus Berlin und sind ein Trio. Sänger Oliver Rivo (geb. am 26.02.77 in Stuttgart) spielt Gitarre sowie Piano und schreibt alle Songs selbst. Es sind große Hymnen mit intelligenten, hochsensiblen deutschen Texten. Mit Felix M. Lehrmann (geb. am 21.10.84 in Berlin) sitzt ein außergewöhnlich talentierter Drummer am Schlagzeug von Rivo Drei, der bereits für Curtis Blow, Weather Girls, D-Flame, Della Miles oder Yvonne Catterfeld trommelte. Dass Bassist Arne Nitzsche (geboren am 21.10.81 in Erfurt) ebenfalls ein Virtuose seines Faches ist, hatten Sie geahnt. Klasse!

Das besondere Ereignis ist Oliver Rivos Stimme. Seine Art zu singen ist außergewöhnlich, irgendwie melancholisch und gleichzeitig großartig. Wenn man den unverwechselbaren Gesangsstil dieses Mannes hört, wachsen den Rivo Drei-Songs Flügel; sie heben ab und fliegen davon.

Eigentlich ja eher ungewöhnlich für einen ehemaligen Computer-Hacker. Schon mit sechs Jahren schreibt Oliver seine erste Software auf einem kleinen Bausatz-Computer. Als hätte es so kommen müssen, schreibt er sich später für Informatik ein, zieht für zwei Jahre in das kanadische Vancouver und hält im Silicon Valley Vorträge über Computermedizin. Bis bei einem Bewerbungsgespräch bei Microsoft die Erkenntnis kommt: "Das ist wie ein schwarzes Loch. Die Außenwelt hätte mich nicht mehr zu sehen bekommen." Oliver Rivo kehrt im September 2000 nach Deutschland zurück, schreibt seine ersten Stücke für Rivo Drei, z.B. ihre erste Single "Wie Flugzeuge", die am 15. April 2006 erscheint: Frau betrügt Mann, weil irgendwann die Leichtigkeit verloren ging, die beiden einfach nicht mehr gemeinsam flogen. Doppeldeutigkeit hat es ihm angetan, dem Rivo Drei-Frontmann.

Dabei kommt die Verwandlung schon früher. Mit 19 Jahren verliert Oliver Rivo 25kg in drei Monaten, lernt zu singen und Gitarre zu spielen. In verschiedenen Bands tritt er auf, macht sich beliebt beim Publikum, bei den weiblichen Zuhörern. Im Herbst 2002 trifft er auf einer Berliner Jam-Session den Drummer Felix.

Felix ist zum damaligen Zeitpunkt gerade mal 17 Jahre alt und steht kurz vor seiner ersten Deutschlandtournee. Wer die Familie Lehrmann kennt, ist nicht überrascht. Sein Vater war ein extrem gefragter Gitarrist, was bedeutete, dass Felix schon als kleiner Junge die Gitarren seines Vaters auf die Bühne tragen musste. Die Musik steckt hier bereits in den Genen. Kein Wunder also, dass Felix innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefragtesten Drummer der Stadt avanciert. "Gott sei Dank war Felix nicht in meinem Studiengang auf der Hochschule", meint Ingo Politz, Produzent von RIVO DREI und ebenfalls Schlagzeuger, "Wir hätten alle so was von alt ausgesehen. Der Junge ist besser als alles, was ich aus Deutschland je gesehen habe."

Als Oliver und Felix dann wenig später auf Arne treffen, führt der gerade zwangsweise ein Doppelleben: Tagsüber leistet Arne Zivildienst in einem Sozialwohnheim, in dem fast wöchentlich Alkoholiker an ihrer Sucht sterben und hin und wieder Kriminelle mit Schusswaffen die Belegschaft bedrohen. Abends findet er Ausgleich als Bassist in Jazz-Bands. Und bei Rivo Drei.

Die Band findet schnell zusammen. Sie arbeiten an Songs, machen Demos, treten in kleinen verrauchten Berliner Kaschemmen wie dem "Knaack Club" oder im "Zapata" auf. 2004 nehmen sie an einem Talentwettbewerb der Berliner Verkehrsbetriebe teil. "Wir kamen zu spät, traten ohne Soundcheck auf, spielten zehn Minuten und wussten eigentlich nicht mal, dass es sich bei der Veranstaltung um einen Wettbewerb handelte", erinnert sich Oliver. Rivo Drei siegen. Erster Preis: schicke neue Mikrofone und die Produktion einer Single-CD, die Radio Fritz spendiert. Was Rivo Drei nicht ahnen. In der Jury sitzen die Produzenten Brix und Ingo Politz, die Macher des Labels Valicon, welches u.a. für den Erfolg von Silbermond verantwortlich ist. Brix und Politz sind begeistert: "Vergesst den Wettbewerb. Wir machen ein Album mit euch!" Das Resultat sind Songwriter-Perlen wie " So was von gut" oder "Sie scheint", in der Oliver beschreibt, wie ein Mann und eine Frau im Auto sitzen. Sie haben bereits den ganzen Abend miteinander verbracht, gefeiert, geredet, gelacht. Es ist drei Uhr morgens. Die Scheiben beschlagen. Das Mädel ist toll. Sie scheint. Und dann geht die Sonne auf...

Rivo Drei schaffen bereits mit ihrem Debüt-Abum "Yeah! Jawohl! Und überhaupt.", das im Mai 2006 erscheint, wonach viele Bands ein Leben lang vergeblich suchen: Authentizität. Und das kann man ihnen vor allem live ansehen. Sie leben für diese Momente - und das beweisen sie mit jedem Konzert. Sie spielen mit der gleichen Power vor fünf Leuten, wie sie vor 100.000 Leuten im Rahmen einer Demo in Berlin oder im Vorprogramm von Silbermond vor 4.500 in Stuttgart spielten. Im Januar gehen sie zwei Wochen mit Ich & Ich auf Tour.

Die schönste Rivo Drei-Geschichte handelt allerdings von Zufällen, die keine sind und der Zahl 21: Felix und Arne haben am gleichen Tag Geburtstag: am 21.Oktober - nicht aber im selben Jahr. Als Arne im Mai mit seinem Auto verunglückte, wurde er aus seinem brennenden Fahrzeug gerettet. Ohne fremde Hilfe hätte er nicht überlebt. Er war bewusstlos. Es war sein Glückstag: der 21.
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